Bayern: First Responder dürfen zur Rettung von Menschenleben Sonderrechte im Straßenverkehr in Anspruch nehmen
16. Mai 2012, Bayern (PM-stmi) Ersthelfergruppen oder First Responder, die von den Integrierten Leitstellen für einen Einsatz alarmiert werden und mit einem Einsatzfahrzeug unterwegs sind, haben künftig die gleichen Rechte wie Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr oder des Rettungsdienstes im Notfall. Ersthelfergruppen unterstützen den Rettungsdienst. Sie gehören entweder Hilfsorganisationen oder den Feuerwehren an und sind ehrenamtlich tätig. Da sie weder Bestandteil des öffentlichen Rettungsdienstes sind noch Pflichtaufgaben der Freiwilligen Feuerwehren wahrnehmen, konnten sie bisher nicht die Rechte im Straßenverkehr in Anspruch nehmen, die den Rettungsdiensten und Feuerwehren zustehen. Die Einsatzfahrzeuge durften zwar mit Blaulicht ausgerüstet sein, bei den Fahrten aber waren Geschwindigkeitsbeschränkungen, Überholverbote und rote Ampeln zu beachten. "Vielen First Respondern war dies gar nicht richtig bewusst. Diese Unsicherheit haben wir jetzt beseitigt", erklärte Innenminister Joachim Herrmann.
Die Sonderrechte gelten wie bei allen Rettungsdiensten nur, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden. Aber auch hier gilt: Die öffentliche Sicherheit und Ordnung, also insbesondere die Verkehrssicherheit, ist gebührend zu berücksichtigen. "Es ist mir außerordentlich wichtig, dass die Helfer dies beachten, um eigene Gefährdungen und die Dritter zu vermeiden", so der Innenminister. Im Zweifel gilt: "Sicherheit vor Schnelligkeit".
First Responder sind zwar in der Regel Laien, haben aber eine besondere Ausbildung absolviert, um bei lebensgefährlichen Verletzungen oder schweren Gesundheitsgefahren die manchmal lebensrettenden Minuten bis zum Eintreffen eines Notarztes oder des Rettungsdienstes zu überbrücken.
RETTmobil: Mit Blaulicht über Stock und Stein
(TRE) Auf dem Offroad-Parcour konnten sich interessierte Besucher über die Geländefähigkeit verschiedener Einsatzfahrzeuge informieren und sich als Beifahrer auch davon überzeugen.
So war zum Beispiel die Firma Iveco Magirus mit einem TLF 3000 auf einem Iveco 150 E 30 W Fahrgestell vertreten, welches durch seinen kompakten Aufbau, seinem permanenten Allradantrieb und der großvolumigen Einzelbereifung mit gleicher Spurbreite ideal für das Gelände geeignet ist. Zwei gleiche Fahrgestelle fuhren bei der diesjährigen Rally Dakar einen Doppelsieg ein.
Natürlich durfte auch Mercedes-Benz mit zwei Unimog Modellen nicht fehlen, ein TLF vom Typ U 20 welches durch seine Wendigkeit, Geländegängigkeit und den geringen Abmessungen überzeugt. Das andere Modell ist der Klassiker U 4000 mit einer Doppelkabine. VW Nutzfahrzeuge präsentierte verschiedene Lösungen für den Rettungsdienst. Vorgeführt wurden unter anderem Fahrzeuge vom Typ Amarok oder Crafter, als NEF konnte ein Touareg auf Herz und Nieren getestet werden.
Als Besonderheit gab es auch Spezialfahrzeuge zu sehen, der DRK Kreisverband Ahrweiler war mit einem kleinen aber feinen Rettungsfahrzeug für unwegsames Gelände vertreten. „S.A.M“, so wie dieses Fahrzeug heißt, steht für Seewald Alternative Mobility. Die Entwicklung bei der Firma Seewald in Griesheim (Hessen) begleitete der Kreisverband und konnte so 2010 die ersten Praxistests während Rock am Ring am Nürburgring durchführen. Seit 2011 wird dieses Fahrzeug in Kleinserie produziert. Die Bundeswehr zeigte ein gepanzertes Sanitätskraftfahrzeug vom Typen GTK Boxer. Dieser ist in der Lage bis zu sieben sitzende oder drei liegende Patienten zu transportieren und ist ausgestattet wie ein „normaler“ Notarztwagen. Zur Besatzung gehören ein San Offz Arzt (Notarzt), ein SanFW (Rettungsassistent und Kommandant) und ein SanSdt (Einsatzsanitäter und Kraftfahrer).







Oberberg: Tödlicher Streit vor Diskothek – 24-jähriger erliegt seinen Verletzungen
29. April 2012, Gummersbach (EM/AMI) Am frühen Sonntagmorgen gegen 05.00 Uhr kam es vor der Gummersbacher Diskothek Rush-In zu einem tödlichen Streit. Zwei Personen gerieten schon weit im Voraus Verbal aneinander.
Oberberg: Tödlicher Verkehrsunfall - 18-jährige stirbt - Vier weitere Personen zum Teil lebensgefährlich Verletzt
29. April 2012, Nümbrecht (EM/AMI) In der Nacht zu Sonntag kam es auf der Ruppichterother Straße im Nümbrechter Ortsteil Benroth zu einem tragischen Verkehrsunfall. Ein Pkw, besetzt mit fünf Personen im Alter zwischen 16 und 21, befuhr die Ruppichterother Straße von Waldbröl kommend in Richtung Ruppichteroth. In der Ortslage Benroth kam der Pkw aus noch ungeklärter Ursache ausgangs einer Linkskurve von der Fahrbahn ab, touchierte einen Bordstein und prallte 20 Meter weiter seitlich gegen einen parkenden Transporter.
Breisgau-Hochschwarzwald: Große Feuerwehrübung - Feuer in einer Wohngruppe der Caritas und ein schwerer Verkehrsunfall in Titisee-Neustadt
28. April 2012, Titisee-Neustadt (EM/K24) Am Freitagabend kam es in Titisee-Neustadt zu einer großen Übung der Feuerwehr. Folgende Lage wurde angenommen:
Mönchengladbach: Deutscher Hilfsdienst Kreisverband Mönchengladbach/Viersen kooperiert mit G.A.R.D.
27. April 2012, Mönchengladbach (PM-GARD) Der Deutsche Hilfsdienst Kreisverband Mönchengladbach/Viersen (DHD) kooperiert mit G.A.R.D. und darf deshalb in Mönchengladbach die Marke „G.A.R.D.“ im Rettungsdienst nutzen.
Oberberg: Komplette Kreisleitstelle über Nacht umgezogen - Erfolgreicher Einsatz garantiert verlässliches Sicherheitssystem
25. April 2012, Oberbergischer Kreis (EM/PM-OBK) Die komplette Kreisleitstelle ist vorübergehend in das neue Gebäude des Notfallzentrums in Marienheide-Kotthausen verlagert worden. Etwa ein Jahr nach Aufnahme der Bauarbeiten zum Notfallzentrum des Oberbergischen Kreises wurde in der Nacht vom 24. April auf den 25. April 2012 der aufwendige technische Umzug vollzogen. "In diesem Fall ist das Besondere, dass im laufenden Betrieb gearbeitet wird", sagt Landrat Hagen Jobi. "Die Mitarbeiter waren in Doppelbesetzung tätig, um diese schwierige Aufgaben erfolgreich zu meistern. Jeder Anrufer in Not wurde ordnungsgemäß am neuen Arbeitsplatz der Kreisleitstelle im Notfallzentrum angenommen. Ich bedanke mich bei allen Akteuren, die großartigen Einsatz für unser Sicherheitssystem geleistet haben."
Der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes im Oberbergischen Kreis, Dr. Ralf Mühlenhaus verweist auf die Brisanz eines solchen Geschehens. Er spricht von dem Vergleich, es sei wie „ eine Operation am offenen Herzen“. Für den Umzug der Kreisleitstelle könne man es, im Bild gesprochen, noch präziser formulieren. "Hierbei handelt es sich um eine Transformation von Gehirn zu Gehirn. Dabei werden Wissen und Fähigkeiten eines Leistungssystems deckungsgleich auf ein zweites System gespiegelt", sagt Dr. Ralf Mühlenhaus.
Die gesamte technische Einrichtung wurde für diesen besonderen Fall zweifach verfügbar gemacht. Dies auch, um mit einem zusätzlichen System, zu einem späteren Zeitpunkt, eine Ausfallebene zu haben. Dabei wurden alle sicherheitsrelevanten Informationen zum Zeitpunkt der geringsten Auslastung in der Nacht, von einem“ Gehirn zu einem zweiten Gehirn“ übertragen. Um die Erreichbarkeit und die volle Verfügbarkeit des Notrufes sicher zu stellen, wurden viele Vorarbeiten bereits Tage und Wochen im Voraus erledigt. Neben den Handwerkern im Gebäude selbst, haben spezialisierte Techniker ständig an IT Systemen, Servern und Kühl - Anlagen gearbeitet. Über 50 Kilometer Kabel wurden neu verlegt, um Anschlüsse für die vielen technischen Geräte verfügbar zu haben.
Rückblick auf den 25.04.2012, um 03:01 Uhr: Notruf – Feuerwehr – Rettungsdienst
In der „heißen Phase“ des Umzuges, als der erste Notruf ordnungsgemäß am neuen Arbeitsplatz der Kreisleitstelle im Notfallzentrum aufläuft und das System sichergestellt ist, atmen die Mitarbeiter der Kreisleitstelle auf. Auch Ihnen macht diese Sicherheit, die durch die Leitstelle des Oberbergischen Kreises jedem Anrufer in Not garantiert wird, ein sehr gutes Gefühl.
Aus den übrigen Kommunen wurden Rückrufe aus Krankenhäusern, Altenheimen und Betrieben mit Nachtarbeit angefordert. Alle wurden erfolgreich angenommen. Die Notrufnummer ist sicher.
In der Kreisleitstelle laufen täglich durchschnittlich zweihundertfünfzig Notrufe für den gesamten Oberbergischen Kreis und die umliegenden Gemeinden, auch aus Nachbarkreisen auf. Somit ist die Kreisleitstelle für über 300 000 Menschen im Notfall zuständig.
Neben den Notrufen für Feuerwehr und Rettungsdienst erreichen Hilfeersuchen jeglicher Art die feuerwehrtechnischen Beamten der Leitstelle. Dabei sind ca. 180 Brandmeldeanlagen in besonderen, brandgefährdeten Objekten direkt mit der Kreisleitstelle verbunden, ebenso wie Notruftelefone in Aufzuganlagen und der Anrufbeantworter des tierärztlichen Notdienstes. Faxanlagen und Internet verbinden mit übergeordneten Behörden wie beispielsweise der Polizei, der Bezirksregierung oder dem Innenministerium für besondere Großschadenslagen.
Die Kreisleitstelle soll für die Dauer von drei Monaten im Notfallzentrum bleiben. In dieser Zeit werden die Räumlichkeiten der Leitstelle technisch und räumlich wieder auf den neusten Stand gebracht, dann findet der Rückumzug statt.
EH: Herzerkrankungen
Ein Großteil der Erkrankungen in unserer Gesellschaft fällt in den Bereich der Herzerkrankungen. Betroffen sind nicht nur ältere Menschen sondern immer mehr auch junge. 20-jährige mit akuten Herzerkrankungen sind zwar auch heute noch selten aber leider nicht auszuschließen.
Besonders gefährdet für Herz-Kreislauf Erkrankungen sind in jungen Jahren stark übergewichtige Personen oder Personen mit angeborenen Herzkrankheiten.
Häufig auftretende Herzerkrankungen sind:
- Der Herzinfarkt
- Die Angina pectoris
- Die koronare Herzkrankheit
Was ist ein Herzinfarkt?
Ein Herzinfarkt entsteht dadurch, dass sich die Gefäße am Herz durch Ablagerungen zusetzen und eine ausreichende Durchblutung nicht mehr gewährleistet ist. Das hinter dem Verschluss liegende Herzmuskelgewebe stirbt durch den Mangel an Sauerstoff ab und löst dadurch, je nach Schwere, einen starken bis vernichtenden Schmerz aus.
Was ist eine Angina pectoris?
Als Angina pectoris bezeichnet man einen anfallartigen Brustschmerz (Brustenge) der durch eine Durchblutungsstörung in Herzgefäßen ausgelöst wird. Ablagerungen in den betreffenden Gefäßen haben hier zu einer Engstelle geführt und sorgen dafür, dass nicht mehr ausreichend Blut den Herzmuskel erreicht. Die Angina pectoris kann in mehreren verschiedenen Formen auftreten, hier zu nennen wären die stabile Angina pectoris (der Schmerzcharakter der Anfälle bleibt immer gleich, die Beschwerden lassen durch Gegenmaßnahmen wie körperliche Ruhe oder Medikamenteneinnahme nach),die instabile Angina pectoris (plötzliche Änderung des Zustandes, erstmaliges auftreten einer Angina pectoris, Beschwerden in Ruhephasen, Zunahme der Anfallshäufigkeit usw.) sowie die Belastungsangina (tritt auf, wenn die Herzgefäße oder das Herzgefäß in Ruhesituationen ausreichend Förderleistung erbringt, jedoch bei Bewegung oder Anstrengung und damit verbundenem höheren Sauerstoffbedarf im Herzen nicht mehr in der Lage ist den Herzmuskel ausreichend zu Versorgen. Die Beschwerden gehen wieder zurück, sobald der Betroffene sich wieder beruhigt hat oder entsprechende Medikamente eingenommen hat.
Als weitere Formen der Angina pectoris treten die Angina dekubitus, Prinzmetall-Angina, Präinfarktangina und therapieresistente Angina auf, welche hier allerdings nicht weiter beschrieben werden.
Was ist eine koronare Herzkrankheit?
Die koronare Herzkrankheit ist eine Erkrankung von Herzkranzgefäßen. In den meisten Fällen wird diese durch Arteriosklerose (Verkalkung der Arterien) hervorgerufen. Auch hier findet wieder eine Verminderung des Gefäßdurchmessers statt und verursacht eine Durchblutungsstörung und eine damit Verbundene Minderdurchblutung des Herzmuskels. Das Leitsymptom der koronaren Herzkrankheit ist die Angina pectoris (siehe oben). Im Verlauf der Krankheit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Begleiterscheinungen wie beispielsweise einer Herzschwäche oder von Herzrhythmusstörungen und lebensbedrohlichen Erkrankungen wie dem Herzinfarkt oder auch dem plötzlichen Herztod. Die koronare Herzkrankheit ist chronisch und schreitet über Jahre bis Jahrzehnte fort. Eine koronare Herzkrankheit ist nicht mehr Heilbar.
ACHTUNG: Kommt es zum Herzinfarkt oder sonstiger Herzerkrankung, muss der Betroffene so schnell wie möglich einem geeigneten Krankenhaus zugeführt werden. Schnelles und richtiges Handeln ist erforderlich um dem Betroffenen einen guten Ausgang der Erkrankung zu gewährleisten. Setzen Sie so schnell wie möglich nach Erkennen den Notruf ab, auch wenn Sie sich nicht sicher sind ob es sich tatsächlich um einen Herzinfarkt handelt.
Viele Betroffene nehmen die nicht so stark auftretenden Beschwerden eines Infarktes oftmals nicht so ernst wie es erforderlich ist. Leisten Sie Überzeugungsarbeit und rufen Sie zur Not auch einen Notarzt gegen den Willen des Betroffenen.
Symptomatik:
Betroffene mit akuten Herzerkrankungen weisen in der Regel eindeutige Zeichen auf:
- Schmerzzustände (starker bis vernichtender Schmerz)
- Kaltschweissigkeit
- Luftproblematiken
- Blass-gräuliche Hautfarbe
- Teilweise nur noch bedingt oder nicht mehr Ansprechbar
Auch wenn diese akuten Symptome nicht oder nur teilweise vorhanden sind, aber der Betroffene über Schmerzen im Brustbereich (hinter dem Brustbein), im rechten Arm, im Rücken oder im Oberbauchbereich klagt ist dringend ein Notarzt zu Rufen.
Was kann ich machen?
Als Ersthelfer gehen Sie grundsätzlich nach dem Schema anschauen, ansprechen, anfassen vor. Ist der Betroffene bei Bewusstsein, wirken Sie beruhigend auf ihn ein. Sorgen Sie für eine Oberkörperhochlage (ca. 30°), befreien Sie den Betroffenen von engen Kleidungsstücken wie zum Beispiel einem Schlips oder öffnen Sie Hemdknöpfe etc. Wenn möglich öffnen Sie ein Fenster um dem Betroffenen Frischluft zuzuführen. Erwähnen Sie in Ihrem Notruf unbedingt welche Symptome vorliegen damit die Leitstelle entsprechende Kräfte und Mittel entsenden kann und hier kein Zeitverzug in der notärztlichen Versorgung entsteht. Betreuen Sie den Betroffenen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.
Ist der Betroffenen nicht mehr Ansprechbar legen Sie, wenn nicht bereits gegeben, den Betroffenen mit dem Rücken flach auf den Boden und gehen Sie wie folgt vor:
- Anschauen, ansprechen, anfassen
- Rufen Sie um Hilfe um evtl. umstehende Personen zu aktivieren
- Überprüfen Sie die Atmung, wenden Sie den lebensrettenden Handgriff an, halten Sie ihr Ohr knapp über den Mund des Betroffenen mit Blickrichtung Fußwärts und überprüfen Sie 10 Sekunden lang ob eine Atmung vorhanden ist oder nicht.
Die durchführung des lebensrettenden Handgriffs wird HIER beschrieben.
Liegt eine normale Atmung vor:
- Verbringen Sie den Betroffenen in die stabile Seitenlage
- Setzen Sie den Notruf ab
Liegt keine normale Atmung vor -> Absetzen des Notrufs und anschließend Durchführung der Herz-Lungen Wiederbelebung
© Andre Miebach
Hinweis: Diese Seiten ersetzen keinen Erste-Hilfe Kurs oder einen Kurs in lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Wir raten Ihnen, falls Sie noch keinen der beiden Kurse besucht haben, dieses unbedingt nachzuholen. Sollten Sie bereits einen der Kurse besucht haben raten wir Ihnen nach zwei Jahren einen Auffrischungskurs zu besuchen. Informationen zu Kursen, deren Inhalt und wann Kurse angeboten werden erhalten Sie bei den Hilfsorganisationen DRK, MHD, ASB, JUH, DLRG uvm. in Ihrer Nähe.
Reportage: Berufsfeuerwehr Köln – Die Feuer- und Rettungsleitstelle
Wir hatten die Gelegenheit einen Blick hinter die Kulissen der größten Leitstelle für Feuerschutz und Rettungswesen in Nordrhein-Westfalen zu werfen. In einer Sonderführung erklärte uns der Pressesprecher der Kölner Berufsfeuerwehr, Dr. Daniel Leupold, die Arbeitsweise der Leitstelle.
Allgemeines zur Berufsfeuerwehr Köln
Mit insgesamt 1100 Beschäftigten zählt die Berufsfeuerwehr Köln zu einer der größten in Deutschland. 1000 der beschäftigten sind Beamte der Stadt Köln, 100 Beschäftigte arbeiten als Angestellte im öffentlichen Dienst in den einzelnen Abteilungen. Zur Berufsfeuerwehr Köln gehören 11 Feuer- und Rettungswachen, welche sich strategisch auf das Stadtgebiet verteilen, sowie eine Feuerlöschbootstation im Deutzer Hafen. Weiterhin stellt die Berufsfeuerwehr medizinisches Personal für den Rettungshubschrauber „Christoph 3“ und den Intensivtransporthubschrauber „Christoph Rheinland“ welche derzeit auf dem Köln/Bonner Flughafen stationiert sind.

Führungs- und Ausbildungszentrum der Berufsfeuerwehr Köln
Die Strukturierung der Berufsfeuerwehr Köln richtet sich nach den Gegebenheiten der Stadt. Geprägt wird die Stadt Köln durch einen Gürtel chemischer Industrie, einem internationalen Verkehrs- und Frachtflughafen, medizinisch-biologischer Forschung sowie einem Autobahnring welcher sich einmal um das gesamte Innenstadtgebiet zieht. Einsatztechnisch gilt es für die Kölner Feuerwehr jährlich ca. 106.000 Einsätze abzuarbeiten. Tendenz steigend.
Die Leitstelle
Das Herzstück der Berufsfeuerwehr Köln bildet die Feuer- und Rettungsleitstelle. In das Führungs- und Ausbildungszentrum an der Hauptfeuerwache im Stadtteil Weidenpech integriert, ist sie seit 2006 im Einsatzbetrieb. Jährlich werden hier ca. 500.000 Anrufe über die Notrufleitungen der Stadt angenommen. Von diesen 500.000 Anrufen werden ca. 106.000 weitergehend bearbeitet und disponiert. Alle anderen werden an die Polizei, den kassenärztlichen Notdienst oder sonstige Stellen verwiesen oder sind „Spaßanrufe“.

Leitstellenraum mit den Einsatzleitplätzen
Einsatzzahlen aufgeschlüsselt:
- ca. 75.000 Rettungsdiensteinsätze
- ca. 22.000 Notarzteinsätze
- ca. 2.500 Brandschutzeinsätze
- ca. 6.500 technische Hilfeleistungen
Der Leitstelle gehören insgesamt 64 Mitarbeiter an. Als Sollstärke pro 24-Stunden Dienst benötigt die Leitstelle zehn Disponenten. Weitergehend werden durch das Personal der Leitstelle vier Führungsassistenten für den Einsatzleitdienst gestellt, von Montag bis Freitag besetzt ein zusätzlicher Kollege die Telefonvermittlung im Wachgebäude der Feuer- und Rettungswache 5, sowie von Montag bis Freitag werden zwei zusätzliche Kollegen im 8-Stunden Dienst (Tagesdienst) für die Notrufannahme eingesetzt. Je nach Einsatzaufkommen und Tageszeit sind Parallel zwei bis sieben Einsatzleitplätze besetzt. Sollte es zu einem Großschadensereignis kommen, kann durch die vorhandene Personalreserve die Anzahl umgehend auf zehn erweitert werden.
Die Räumlichkeiten der Leitstelle verteilen sich auf zwei Ebenen. Auf der ersten ebene befindet sich der Leitstellenraum mit den Einsatzleitplätzen sowie ein Stabsraum in welchem kleinere Einsätze abgearbeitet werden. Auf der zweiten Ebene befindet sich der eigentliche Stabsraum in dem alle sogenannten „S“ Funktionen und sonstige Funktionen eines Stabes Platz finden. Beide Stabsräume sind mit allen gängigen Medien ausgestattet um den Stab immer auf dem aktuellen Stand zu halten.
Technik
Im Leitstellenraum stehen den Disponenten 18 gleichwertige Einsatzleitplätze zur Verfügung. Jeder ist mit sieben Monitoren ausgestattet. Zwei Einsatzleitplätze dienen im Tagesbetrieb der Notrufannahme (8-Stunden Dienst). Von dort aus werden die Einsätze zur Disposition und Abwicklung an andere Einsatzleitplätze weitergegeben. Als Einsatzleitsystem wird in Köln „PfeilWeb“ der Firma Siemens für das Zuordnen und Alarmieren von Einsatzkräften und –mitteln verwendet. Integriert in „PfeilWeb“ ist die Bedienung der Notruf- und Funkanlage. Die Notruf- und Funkanlage steuert bei Betätigung eine rote Leuchte oberhalb des Einsatzleitplatzes an und bietet so einen guten Überblick darüber, welcher Disponent momentan Funkt oder Telefoniert.

Fahrzeugzustandsanzeige (Statusanzeige) hier Feuerwehr
Die einzelnen Anwendungen verteilen sich wie folgt auf die Monitore:
Monitor 1: PfeilWeb: Stadtplaninformationen, z.B. Darstellung von Einsatzstellen
Monitor 2: PfeilWeb: Fahrzeugzustandsanzeige (Statusanzeige)
Monitor 3: PfeilWeb: Bearbeitungsbildschirm zur Einsatzannahme, -bearbeitung
Monitor 4: Bedienung Notruftelefon und Funkanlage
Monitor 5: zusätzliche Programme wie beispielsweise Gefahrgutprogramme, Bettennachweis etc.
Monitor 6: Anzeige des Fachdienstes Feuerwehr
Monitor 7: Anzeige des Fachdienstes Rettungsdienst
Jedem Disponenten stehen als Bedienelemente Telefon, Maus, Tastatur und Headset zur Verfügung.
Als Telefonanlage kommt eine „HiPath 4000“ von Siemens zum Einsatz. Innerhalb der Telefonanlage stehen 60 Notrufleitungen zur Verfügung welche mit einer automatischen Umleitung im Fehlerfall versehen sind.
Notleitstelle/Rückfallebene
Bei besonderen Lagenoder im Falle eines Ausfalles der Regelleitstelle verfügt die Berufsfeuerwehr Köln über eine Notleitstelle. Die Kapazität der Notleitstelle umfasst fünf sofort besetzbare Einsatzleitplätze mit gleicher technischer Ausstattung wie in der Regelleitstelle. Drei weitere können im Bedarfsfall innerhalb von ca. 30 Minuten in Betrieb genommen werden.
Aufgaben
Die Aufgaben der Kölner Leitstelle unterscheiden sich nicht wesentlich von denen einer anderen Feuer- und Rettungsleitstelle. Zu ihren Aufgaben gehören:
- Notrufannahme und Notrufbearbeitung, Zuordnung von Einsatzkräften und –mitteln der zuständigen Feuer- und Rettungswachen bzw. der freiwilligen Feuerwehr, des THW, des DRK usw., Alarmierung der Einsatzkräfte
- Dokumentation der Einsätze
- Telefonische Hilfeleistung (Telefonberatung) beispielsweise in Form einer angeleiteten Reanimation
- Führung eines zentralen Bettennachweises
- Führungsunterstützung für den Einsatzleiter vor Ort (Gebäudeinformationen etc.)
Da im Stadtgebiet Köln ein Rettungs- und ein Intensivtransporthubschrauber stationiert sind fungiert die Kölner Leitstelle als sogenannte hauptverantwortliche Trägerleitstelle für diese Hubschrauber.
Für besondere Schadenslagen, wie beispielsweise das Auftreten einer Giftgaswolke, ist das Kölner Stadtgebiet in Warnzonen eingeteilt. Sollte solch ein Schadensereignis eintreten, wird durch Leitstellenpersonal anhand von Windrichtung und Verwendung einer Windkeule etc. Die zu warnende Zone bestimmt und Maßbahnen zur Gefahrenabwehr getroffen und eingeleitet. Die Leitstelle verfügt über mehrere Möglichkeiten der Bevölkerungswarnung. Zum einen ist die Warnung über Sirenen im ganzen Stadtgebiet möglich, zum anderen hat die Leitstelle die Möglichkeit in das laufende Radioprogramm von „Radio Köln“ einzusprechen oder die Bevölkerung durch das entsenden von Warnfahrzeugen zu informieren. Die Stadt Köln baut das Sirenensystem im Stadtgebiet wieder flächendeckend auf.
Die Kosten für den Umzug mit Technik und Update des Einsatzleitsystems aus den alten Räumlichkeiten der Feuer- und Rettungswache 5 in die neuen Räumlichkeiten im Führungs- und Ausbildungszentrums beliefen sich auf rund 1,7 Millionen Euro.
© Text und Bilder: Andre Miebach
Schweiz-Rebstein: Motorradfahrer bei Auffahrunfall schwer verletzt
19.April 2012, Rebstein/SG (POL-PM) Am Dienstagnachmittag (17.04.2012), gegen 1450 Uhr ist auf der Staatsstrasse ein Motorradfahrer bei einem Auffahrunfall auf einen Personenwagen mit Anhänger schwer verletzt worden. Er musste mit unbestimmten Verletzungen durch die Rega ins Spital geflogen werden. An den Fahrzeugen entstand ein Gesamtschaden von mehreren Tausend Franken.
Ein 30-jähriger Lenker eines Personenwagens mit angekoppeltem Anhänger musste auf der Staatsstrasse hinter Fahrzeugen, welche am Fussgängerstreifen stillstanden, halten. Der 17-jährige Motorradfahrer, welcher sich von hinten näherte, prallte daraufhin mit grosser Wucht gegen den Anhänger. Die genaue Unfallursache wird von der Polizei noch untersucht.
