Diesen Trend hat die Kriminalpolizei erkannt: Das Bundeskriminalamt hat daher in einem Zeitraum von neun Monaten in enger Zusammenarbeit mit dem Landskriminalamt Wien und mit staatsanwaltschaftlicher Anordnung Ermittlungen auf sozialen Netzwerken im Internet geführt. Die Ermittlungen beliefen sich gegen Personen, die kinderpornographisches Material im Netz verbreitet haben. Auf Foren und Chats im Netz wurde intensiv kriminalpolizeilich recherchiert. Und die Bilanz kann sich sehen lassen: in den neun Monate andauernden Ermittlungen konnten 25 Personen österreichischer Staatsbürgerschaft ausgeforscht und angezeigt werden. Aufgrund anschließender Erhebungen konnte gegen zwei der 25
verdächtigen Personen Vergewaltigung von Minderjährigen nachgewiesen werden. Die beiden wurden bereits von den zuständigen Gerichten zu jeweils vier bzw. fünf Jahre Haft verurteilt.Weiters konnte im Zuge der neunmonatigen Operation eine Gruppe von insgesamt weiteren 74 Tatverdächtigen ermittelt und an den zuständigen deutschen Behören ausgehändigt
werden. Eine weitere Gruppe bestehend aus 98 tatverdächtigen Personen wurde an die zuständigen amerikanischen Ermittlungsbehörden weitergeleitet. Im Zuge der Operation konnten zahlreiche Videoaufnahmen und Bilder sichergestellt werden. "Der Schutz unserer Kinder, selbstverständlich in der realen, aber auch immer mehr in der virtuellen Welt des Cyberspace hat oberste Priorität“, so Bundesministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner.Kinderpornographie in Österreich: Weniger Hinweise, aber mehr Ermittlungen Insgesamt gingen bei der Meldestelle Kinderpornographie im Bundeskriminalamt im Jahr 2010 3.938 Hinweise ein. 2009 waren es noch 5.489. Gleichzeitig haben sich die Hinweise mit Österreichbezug und damit die Ermittlungen im Inland von 574 im Jahr 2009 auf 1.046 im Jahr 2010 verdoppelt.
